AlltagTellerrand

Andere Wege gehen macht einsam – Warum es sich trotzdem lohnt

Wie schon so so oft in meiner bisherigen Mutterschaft befinde ich mich gerade kurz vor einer großen Entscheidung. Oder vielleicht besser ausgedrĂŒckt – mittendrin. Mittendrin in dem Kopfkarusell und dem flauen BauchgefĂŒhl, welches eigentlich schon lĂ€ngst weiß wo lang es geht. Warum fĂ€llt es also so schwer, eine Entscheidung endgĂŒltig zu treffen?

Andere Wege gehen macht einsam

Schon als ich keinen Brei fĂŒttern wollte, ĂŒber das erste Lebensjahr hinaus immer noch stillte und wir immer noch alle gemeinsam als Familie im selben Bett schliefen, glaubte ich zunĂ€chst mich an die Regeln Anderer halten zu mĂŒssen. Ich versuchte uns, aber besonders unser Kind, in ein Muster zu drĂŒcken, welches ihm nicht passte. Ganz und gar nicht. Mein Wunsch, es uns allen gut gehen zu lassen und mein fester Wille, dabei unser aller Grenzen zu wahren, löste schließlich eine Transformation aus.

Ich schĂ€lte mich heraus aus dem limitierenden Concon. Gewebt aus guten RatschlĂ€gen und GlaubenssĂ€tzen aus Gesellschaft und klassischer Erziehung. Uff, war das ungemĂŒtlich. Ja beinahe kalt und haltlos fĂŒhlte es sich an, nicht mehr im gemeinsamen Sumpf der unausgesprochenen Regeln und Denkmuster blind umher zu stapfen.

Ich hinterfragte und plötzlich wurde ich hinterfragt. Nicht mit der breiten Masse zu schwimmen, fĂ€llt auf. Es verunsichert, es eckt an. Es fĂ€rbt ab – im Negativen, wie im Positiven. Negativ, weil es Menschen gibt, die sich durch dein verĂ€ndertes Verhalten in Frage gestellt fĂŒhlen. Du machst etwas völlig anders, als sie. Dann musst du ihres zwangslĂ€ufig falsch finden, glauben viele. Dass es  bei der Begleitung von Kindern, so wie bei allen anderen Lebensthemen, aber viele unterschiedlich richtige Wege gibt, dafĂŒr braucht es meist den Mut sich noch etwas weiter ĂŒber den Tellerrand zu trauen. Auch, wenn es dort wackelig und rutschig wird.

So begann ich mich zu trennen. Von Menschen, Dingen und GlaubenssÀtzen, welche die Zufriedenheit unseres individuell zusammen gebastelten Familiensystems aus meiner Sicht zu sehr ins Wanken brachten. Das macht im ersten Schritt einsam. Im zweiten wÀchst die Erleichterung. Und im dritten die KreativitÀt, Gelassenheit und Selbstentfaltung! Versprochen!

Die grĂ¶ĂŸten Kritiker*Innen stehen meist selbst noch ganz am Anfang

Innerhalb meines bisherigen Prozesses, meiner Mama-Achterbahn oder meiner Schlittschuhfahrt auf dem Tellerrand unserer Gesellschaft, habe ich eines fĂŒr mich erkannt:

Die Menschen, die MICH am meisten verunsichern, sind SELBST noch sehr am Anfang ihres eigenen Entwicklungsprozesses.

Ihres eigenen „Erwachens“ aus einer vorgefertigten und schwarz-weißen Welt, in der alles funktioniert und automatisiert seinen Gang geht. Und dabei spielt das Alter oder die Lebenserfahrung ĂŒberhaupt keine Rolle. Meine scheinbar grĂ¶ĂŸten Kritiker*Innen sind in Wahrheit ihrer selbst grĂ¶ĂŸten Kritiker*Innen. Sie fĂŒhlen sich unwohl aufgerĂŒttelt durch mein anders-sein und ungewohntes Handeln. Vor einigen Jahren ließ ich mich dadurch sehr verunsichern und rutschte leicht in ein Gedankenkarusell, weit entfernt von meinem BauchgefĂŒhl und meinen Werten. Ich spiegelte das Unbehagen und Unwohlsein meines GegenĂŒbers und konnte noch nicht unterscheiden, wo ich dabei anfange und aufhöre.

 

Krise bedeutet immer Wachstum

Heute bin ich mir unseres Weges so sicher, wie ich es vor einigen Jahren als frische Mama gerne gewusst hĂ€tte. Heute haben Begriffe, wie Freilernen oder Kitafrei die ursprĂŒnglichen inneren Koflikt-themen, wie Familienbett oder Langzeitstillen abgelöst. Der große Unterschied ist, dass mich diese Themen zwar zeitweise in eine Krise fĂŒhren. Ich diese aber freudig annehme, denn ich weiß, dass ich und meine kleine Familie an ihr wachsen werden. Ich weiß eines ganz sicher, dass ich nichts weiß. Und es beunruhigt mich nicht. Dass all meine Schulzeit, all mein bisheriges Denken ĂŒber das Lernen, unser Umgang mit Babys und Kindern, die Lebensform von uns Menschen und die Struktur unserer Gesellschaft nicht meine Wahrheit bleiben mĂŒssen.

Heute macht es mir keine Angst mehr, meine eigene Wahrheit zu suchen. Meine eigene Überzeugung zu leben. FĂŒr meine ganz persönliche Zufriedenheit einzustehen.

Bist du in der Lage deine Wahrheit zu sprechen? Klar, wahrhaftig und unangepasst?

Wirst du auch so hĂ€ufig hinterfragt und fĂŒhlst dich dadurch verunsichert? FĂ€llt es dir schwer dein BauchgefĂŒhl zu spĂŒren und fĂŒr deine Werte einzustehen? Schreib mir, wenn ich dich an die Hand nehmen darf, auf deine ganz persönliche Reise in DEINE Wahrheit.

Hör auf dein Herz. Und pass auf dich auf.

Deine Jana Pereira Mendes

jana_admin

SozialpĂ€dagogin B.A. I Mama *2014 *2017 I Bloggerin - Schreibt und berĂ€t zu den Themen Bindung & Beziehung, Selbstverantwortung und SelbstfĂŒrsorge, natĂŒrliche Familienpflege, (Mutter-) Milch ErnĂ€hrung nach Bedarf uvm.

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