Unser Dorf für die zweite Schwangerschaft – 7 Möglichkeiten der Unterstützung

In der ersten Zeit mit Baby nahmen wir uns viel vor und allem voran, es allein zu schaffen. ‚Ihr bekommt nur ein Baby. Andere schaffen das auch…..‘

Diese und ähnliche Glaubenssätze sind in Vielen unserer Kultur verankert. Dabei müssen wir das gar nicht. Schon mal drüber nachgedacht? Genau genommen sind wir Menschen gar nicht dazu gemacht, unsere Kinder allein groß zu ziehen.

Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind groß zu ziehen.

 

Wir betreuen unser Kind zuhause, es besucht noch keine Kita. Meine erste Schwangerschaft war sehr kompliziert und geprägt von Unsicherheit. Aus der ersten Schwangerschaft- und Wochenbettzeit gelernt, haben wir uns für unser zweites Baby einen Unterstützer-Clan geschaffen. Ein Nest, welches für uns da ist und uns Halt gibt. Und das besteht aus:
Mütterteam

Seit einiger Zeit bin ich Teil eines Mütterteams. Einer Gruppe von Frauen, die ähnliche Interessen teilen und Kinder im selben Alter haben. Wir kommunizieren hauptsächlich über das Mobiltelefon und organisieren kleinere und größere Treffen. Es gibt das Gefühl nicht allein zu sein und es ist immer jemand erreichbar.

Ich fand mein Mütterteam über die Ausbildung zur AFS-Stillberaterin. Es gibt aber mittlerweile einige Foren, welche die Vernetzung von Müttern und Gleichgesinnten vereinfachen soll:

Das Forum Finde deinen Clan vernetzt Familien, die sich mit der bedürfnisorientierten und artgerechten Lebensweise von uns Menschen beschäftigen.

Die Initiative Mütter brauchen Mütter sammelt erfahrene Mamas, die private Beratungen und gegenseitige Hilfe überwiegend zu den Themen Schwangerschaft und Geburt anbieten.

Die Ökofamilie hat in einem umfangreichen Artikel viele Alternative Facebook-Gruppen aufgelistet, in welchen der Austausch zu Themen wie Windelfrei, Stillen uvm. ermöglicht wird.

Haushaltshilfe

Unregelmäßig haben wir Hilfe beim Putzen, was besonders mich sehr entlastet, da ich schwere Haushaltstätigkeiten nicht mehr machen kann. Eine Haushaltshilfe kann über die Krankenkasse oder privat engagiert werden. Über private Gesuche findet sich sicher auch eine liebe Hausperle.

Mütterpflegerin 

Mütterpflegerinnen werden z.B. Von der Gesellschaft für Geburtsvorbereitung e.V. oder dem Verein für Mütter- und Familienpflege e.V. ausgebildet. Sie verfügen über umfassendes Wissen zu den Themen Schwangerschaft und Geburt. Ihre Hauptaufgabe ist die Bemutterung der Mutter. Ist das nicht schön?! Eine Mütterpflegerin kann privat engagiert oder über die Krankenkasse abgerechnet werden. Dafür wird ein Antrag auf Bezuschussung einer Haushaltshilfe gestellt. Die Mütterpflegerin rechnet dann direkt mit der Kasse ab.

Wir haben das große Glück eine wundervolle Mütterpflegerin gefunden zu haben, die uns mindestens 2x in der Woche betreut. Sie erledigt Haushaltsarbeiten wie Wäsche waschen, putzen oder saugen, einkaufen, Mahlzeiten zubereiten und beschäftigt sich mit unserem großen Kind. Außerdem bietet sie nach Bedarf Massagen, wohltuende Gespräche, Geburtsvorbereitung uvm. für mich als Schwangere an.
Großeltern 

Nicht jeder Familie stehen gleich mehrere Großeltern zur Verfügung. Für unser Kind sind seine Großeltern wichtige Bezugspersonen. Je nach Alter wandelt und variiert das. Die einen Großeltern übernehmen mehr Betreuung, die anderen kochen eher mal für uns oder helfen im Haushalt. So leistet jeder Opa und jede Oma, die zur Verfügung steht, wichtige Unterstützung. Manchmal sind feste Absprachen hierbei hilfreich. Aber auch spontan ist meistens jemand für uns abrufbar.

Nachbarn und Freunde

2-3 liebe Familien und Freunde wohnen in unserer unmittelbaren Nachbarschaft. Sie sind offen für Hilferufe, wie z.b. eine fehlende Kochzutat oder eine verschlossene Tür. Da die meisten selbst Kinder haben, die unser Kind gern hat, hat es dort auch die Möglichkeit Zeit zu verbringen. Um ein Abendessen gemeinsam zu genießen oder eine Autofahrt zu meistern, sind unsere Freunde ein wichtiger Teil unseres Clans. Sie rufen ein Gefühl des Zuhause-Seins und der Geborgenheit hervor.

Babysitter

Wir haben drei Babysitterinnen,  die unserm Kind sehr vertraut sind, denn sie gehören ebenfalls zur Familie. Sie können wir zu begrenzten Zeiten engagieren, denn sie sind selbst eingebunden in Studium und Beruf. Doch unser Kind genießt die Spielzeit und Ausflüge mit seinen Großcousinen sehr. Und manchmal bekommen wir sogar noch ein paar Kekse mit gebracht.

SpielgefährtInnen

Die kleinen Freunde und Freundinnen unseres Kindes gehören auch zu unserem Unterstützter-Kreis. Sie sind es oft, die einen Nachmittag lustig und aufregend machen. Von grauen Tagen ablenken und neue Spielideen aufgreifen.

Weitere Gedanken zu Familien-Clans und Mütterteams

Auf dem zauberhaften Blog von Frau Kraehe findet ihr einen aufschlussreichen Artikel darüber ‚Weshalb du einen Clan brauchst‚. Auch ihre weiteren Artikel zum Thema sind sehr lesenswert!

In diesem Artikel beschreibt Nicola Schmidt genau, wie die Gestaltung eines Mütterteams aussehen kann.

In einem ihrer Artikel über Online-Elternclans beschreibt Susanne von Geborgen Wachsen,  dass Eltern andere Eltern brauchen und in welcher Vielfalt die Vernetzung heute gestaltet werden kann.

Auch wenn für uns als Paar wenig Zeit bleibt, gibt uns dieses Nest vor allem Halt und Sicherheit. Es gibt mir die Möglichkeit mich intensiver und offener mit meiner Schwangerschaft zu beschäftigen und die Signale meines Körpers zu achten.

Bedürfnisorientierte Erziehung plus „es alleine schaffen wollen“

-das ist ein Ticket für eine krasse Fahrt mit Endstation Burn out.

Eltern brauchen einen Clan.

Nicola Schmidt | artgerecht

Wie sieht dein Unterstützer-Clan aus? Du hast noch keinen? Ich begleite dich gerne auf deiner Suche und deinem Weg dorthin.

Gib auf dich Acht. Alles Liebe, Jana*

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