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Netzwerk bindungsorientierte Eltern Groß-Umstadt – Wir sind viele!

In einigen Büchern, Blogs und Foren hatte ich mich in den ersten Lebensmonaten meines Kindes mehr und mehr an die bindungsorientierte Elternschaft hinein – und mich selbst wieder und wieder – gefunden. Hatte mich durch den Empfehlungs- und Empörungs-Dschungel gekämpft, auf der Suche nach dem für unsere kleine frische Familie passenden und bindungsnahen Weg. Und da traf ich sie – eine echte lebendige und nicht virtuelle Mama, die ihr Kind behutsam aus der Tragehilfe schälte, ihm die Stoffwindel wechselte, nachdem sie es auf der Toilette abgehalten hatte. Die ihr Kind „immer noch“ stillte, obwohl es schon älter als 12 Monate war. Endlich. Das hatte etwas von Erleuchtung! Ich bin nicht die einzige. Ich bin nicht allein. Es gibt noch andere, die meine Einstellung teilen. Was für eine Erleichterung.

Frische Eltern haben es nicht leicht…

Heute nach 4 Jahren Mutterschaft mit mittlerweile zwei Kindern, bin ich so viel reifer geworden. Wir haben unseren Weg gefunden. Ich trug und trage meine Kinder vom erst-möglichen Moment an am Herzen, beantworte ihre Bedürfnisse mit Hingabe und habe nicht mehr das schlechte Gewissen, sie dabei zu verwöhnen. Ich habe mein Wissen über die wahren evolutionsbedingten Bedürfnisse von Menschen-Babys und -Kleinkindern vertieft und kann ihnen guten Gewissens auch mal „die Führung“ überlassen. Ich glaube nicht mehr ihnen beibringen zu müssen, das Schlafen oder Essen zu lernen, indem ich sie schreien lasse oder gar zwinge. Ich weiß, sie bringen alle Fähigkeiten mit, die sie zum Leben brauchen. Und wir Eltern auch. Wir dürfen uns und unseren Kindern vertrauen und ihre Abenteuer und Entwicklungswellen begleiten.

Wir sind viele: Surround yourself with positive people!

Manchmal vergesse ich – nicht zuletzt durch die unzählig fehlenden Stunden an Schlaf – wie es mir zu Beginn meiner Mutterschaft erging. Dass ich oft verzweifelt versuchte allen Empfehlungen zum Umgang mit MEINEM Kind gerecht zu werden und mich dabei unwohl fühlte. Dass ich mich rechtfertigte für die Entscheidungen, die wir trafen. Dass ich ihn gar verheimlichte, den Weg den wir gingen.

Auf meiner Suche nach Gleichgesinnten, war es bei mir persönlich das Thema „Stillen“, welches mich anderen Müttern und Eltern näher brachte, die eine ähnliche Haltung vertreten. Eltern, die ihre Kinder als gleichwürdige Familienmitglieder schätzen, in viele Entscheidungen mit einbeziehen, sie aber nicht wie kleine Erwachsene behandeln. Die ihren starken Willen schätzen und nicht brechen wollen. Eltern, die ihre Kinder in Geborgenheit und Selbstwirksamkeit wachsen lassen möchten.

Dazu KANN gehören das Stillen, Tragen, gemeinsam im Familienbett schlafen, die Ausscheidungskommunikation, ökologische und nachhaltige Lebensweise und Ernährung uvm. und es macht unglaublich Freude, sich darüber auszutauschen, Tragehilfen zu verleihen und Stoffwindeln zu bewundern. In erster Linie bedeutet Bindungs-orientiert jedoch den Schwerpunkt auf Bindung und Wertschätzung zu legen. Die Bedürfnisse eines Babys und Kindes nach Nähe, Geborgenheit am Tag und in der Nacht zu respektieren und zu beantworten. Und nicht zuletzt, die Bedürfnisse aller Familienmitglieder zu achten und sie nach Priorität in den Familien-Alltag zu integrieren.

Ich glaube, es gibt viel mehr Menschen, die sich für ihre Familie ein solches Zusammenleben wünschen bzw. dieses leben. Doch der gesellschaftliche Druck, die Blicke der Anderen, die Fragen, ob das Baby denn endlich durch schlafe, allein einschlafe, abgestillt sei, eine „das-macht-man-so“-Einstellung verunsichern viele junge Eltern so sehr, dass sie sich mit ihrer Haltung zunächst nicht gerne zeigen. Nach einigen Jahren, vielen Gesprächen und Erfahrungen als Mutter und Pädagogin kann ich aus fachlicher, sowie persönlicher Sicht sagen, wir sind viele! Wir sind viele, die ihre Kinder gleichwürdig begleiten, alte Erziehungsmuster überwinden und neue Wege gehen wollen und bereits gehen! Und wir werden mehr und mehr, weil wir erkennen, was unseren Kindern und uns selbst wirklich gut tut.

„Unser Leben ist der Durchschnitt der fünf Menschen, mit denen wir die meiste Zeit verbringen.“ sagt Jim Rohn. Warum also dieses kostbare Gut `Zeit´ damit verbringen, sich zu rechtfertigen, zu hadern und zu grübeln, ob du dein Kind nicht doch etwas zu sehr verwöhnst? Warum diese Zeit an Menschen verschenken, die dir Kraft rauben indem sie den Weg deines Herzens in Frage stellen? Nicht zuletzt, weil du ihre Verunsicherung und Verletzung spiegelst.

Ich habe mich entschieden. Ich möchte meine Zeit mit Menschen verbringen, die mich schätzen und respektieren. So wie ich bin. Mit denen ich gemeinsam wachsen kann. Mit denen ich meine Kinder in eine positive und annehmende Umgebung gehüllt weiß.

Es braucht ein Dorf…oder ein Mütterteam

Der Mensch ist ein „Rudeltier“, so wie der Elefant z.B. fühlt er sich in der Regel in Gesellschaft am wohlsten und es liegt in seiner Natur, auch seine Kinder gemeinsam groß zu ziehen. In unserer Gesellschaft kommt es häufig vor, dass ein Elternteil (in der Regel ist es die Mutter) viel Zeit allein mit ihrem Kind verbringt, da die wenigsten noch in Mehrgenerationen-Konstellationen leben, bei denen die Großeltern zur Unterstützung da sind und umgekehrt. Bei all den Glücksmomenten und all der Liebe zum Kind, kann das ziemlich einsam und unglücklich machen. Diverse Babytreffen, Krabbelgruppen usw. bieten zwar die Möglichkeit, zu anderen Eltern und Kindern Kontakt aufzubauen. Doch meist werden vor einem solchen Treffen erstmal unter Zeitdruck alle Chaos-Ecken versteckt. Ist das ein ehrliches aufrichtiges Miteinander?

Wie bei den Elefanten, können auch wir Menschen-Mamas und Eltern eine tolle und lebens-erleichternde Idee wieder einführen: die „Mütterteams“. Es geht im Wesentlichen darum, sich regelmäßig zu treffen, sich auszutauschen und gemeinsam die Kinder zu betreuen. Was zunächst wie eine Krabbelgruppe klingt, bietet doch so viel mehr. Der Unterschied ist, dass nicht vor dem Treffen aufgeräumt, gebacken o.ä. wird, sondern eine Mama immer Zeit für genau solche Dinge hat, während ihr Kind unter Freunden und vertrauten Personen die Zeit verbringt. Eine Mama kann dann arbeiten oder einfach mal entspannen.

Das „Netzwerk Bindungs – Orientierte Eltern Groß-Umstadt und nahe Umgebung“

Es ist mir ein besonderes Anliegen, Eltern, welche ihr Familienleben bindungsnah gestalten, die Möglichkeit zu bieten, sich leichter zu vernetzen und auszutauschen. So entstand vor Kurzem das „Netzwerk Bindungs – Orientierte Eltern Groß-Umstadt und nahe Umgebung“. Bisher sammeln sich um die 20 Mamas in einer Whats-App-Gruppe. Diese ist gedacht, um Termine und spontane Treffen zu vereinbaren. Aber auch sich gegenseitig zu unterstützen mit z.B. einem kleinen Einkauf. Außerdem sind große offene Treffen geplant, bei welchen kurze Vorträge gehalten werden, zu Themen rund um bindungsnahes, beziehungsorientiertes und nachhaltiges Familienleben. Ich bin schon jetzt so beseelt von all diesen großartigen und offenen Frauen und sehr gespannt, was aus dieser Gruppe wachsen wird. Ich war schon Teil einiger Mama-Verbindungen und es war immer unglaublich bereichernd. Ich freue mich auf viele Eltern die noch dazu kommen und denen wir zeigen dürfen, ihr seid nicht allein! Ihr macht das so gut!

Hast du auch Interesse an der Gruppe und kommst aus der nahen Umgebung, dann melde dich gerne bei mir!

Lasst uns den verurteilenden Blick auf andere Eltern ablegen. Lasst uns unseren Blick auf die Kräfte und Fähigkeiten eines jeden Papas, einer jeden Mama lenken. Lasst uns die Ressourcen und Lebenssituationen wertschätzen, die jede Mama und jeden Papa individuell umgibt. Lasst uns einander unterstützen und unsere Kinder gemeinsam in das Selbstbewusstsein, die Widerstandsfähigkeit und ein „Immer-Geliebt-Gefühl“ begleiten.

Lasst uns einander feiern!

Eure Jana Pereira Mendes*

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