Bindung & BeziehungMutter werden - Frau seinSchwangerschaft & Geburt

Nachricht an eine Neu geborene Mama – Liebe dich selbst!

Liebe neugeborene Mama.

Wie geht es dir gerade? Jetzt, wo du dein Baby in den Armen h├Ąltst. Jetzt wo dieses gro├če Ereignis Geburt hinter euch liegt. Wo du dein Baby aus deinem Bauch verabschiedet hast und in dieser Welt willkommen hei├čt. Die ersten Wochen als Eltern. Ein Gef├╝hl als w├Ąre ein Pflug durch euer Familienbeet gefegt und h├Ątte alle Strukturen, Werte und Routinen aufgelockert.

Ich m├Âchte dich in den Arm nehmen. Dir Mut zusprechen. Du durchlebst eine sensible und kraftvolle Zeit, die so intensiv ist, wie selbst geboren zu werden. Du bist eine neugeborene Mama. Du bist eine ver├Ąnderte Frau, die ungeahnte ├ängste, Liebe und Kr├Ąfte in sich entdeckt. Du bist Sch├Âpferin neuen Lebens.

Eure Geburt.

Vielleicht war die Geburt anders, als du es dir vorgestellt hast. Vielleicht war sie beschwerlich oder gar traumatisierend. Vielleicht war sie wachr├╝ttelnd und transformativ. Oder leuchtend und magisch? Es kam alles so, wie es kommen sollte. Mach dir keine Vorw├╝rfe, du hast alles gegeben. Sei nachsichtig mit dir. Es hat einen Sinn. Liebe dich selbst f├╝r das, was du geschaffen hast. Du hast Einzigartiges vollbracht.

Sollst du nun ruhen und liegen? Oder dich nicht so anstellen, schlie├člich bist du nicht krank? H├Âre auf deinen Bauch, was tut dir gut. Du wei├čt, was f├╝r dich richtig ist. ├ťbernimm Verantwortung f├╝r dich selbst.

Euer Stillen.

Habt ihr schon zueinander gefunden, du und dein Baby? Vielleicht fand es intuitiv deine Brust und saugte sich fest, f├╝r die n├Ąchsten Monate oder Jahre. Oder seid ihr noch auf der Suche? L├Ąsst sich dein Baby nach dem Stillen nicht ablegen und deshalb glaubst du nicht gen├╝gend Milch zu haben? Du dachtest, Stillen das klappt einfach. Und jetzt sitzt du in der Zuf├╝tterungs- und Wiegefalle? Und blo├č nicht nuckeln lassen, wenn es schon „satt“ ist…? H├Âr auf deinen Bauch. Hol dich zur├╝ck ins Vertrauen. Leg dein Baby auf deine nackte Brust und blende die verunsichernden Stimmen aus. Du musst dein Neugeborenes nicht ablegen. Such dir Hilfe, die dir den R├╝cken st├Ąrkt und echte Informationen bereit h├Ąlt. Z.B bei einer Stillberaterin.

Euer Tragen und Halten.

Nur noch kuscheln. Tag und Nacht. Du willst dein Baby gar nicht mehr hergeben. Aber du sollst es auch mal ablegen. Nicht verw├Âhnen. Dich l├Âsen. Es im Schlaf nicht erdr├╝cken. H├Âre nur in dich hinein. Du und dein Baby, ihr seid jetzt eine Symbiose. Ich braucht euch. Gib diesem wunderbaren Gesp├╝r nach. Du besitzt alle Ressourcen um f├╝r dein Kind zu sorgen, am Tag und im Schlaf. Menschenbabys sind physiologische Fr├╝hgeburten. Sie k├Ânnen nicht, wie andere S├Ąugetiere nach der Geburt gleich laufen und sich selbst retten. Menschenbabys sind daf├╝r gemacht getragen und gehalten zu werden, bis sie sich selbst l├Âsen. Um es euch zu erleichtern, kannst du eine Tragehilfe anschaffen.

Du m├Âchtest es ablegen, aber es nicht allein lassen? Gib es einem Vertrauten auf den Arm. Er wird es halten, solange du f├╝r dich sorgst. Du w├╝rdest es ja ablegen, aber wei├čt es w├╝rde weinen und das ├╝bersteigt deine Kr├Ąfte? Dann lass es sein und genie├če. Du brauchst dich nicht f├╝r dein Handeln rechtfertigen. Du machst alles richtig.

Eure Beziehung.

Wer ist dieser kleine Mensch in deinen Armen? Dieses Baby. Es war dir monatelang so nah. Und jetzt f├╝hlst du dich gleichzeitig unendlich verbunden wie unnahbar und fremd. M├╝sste sich das nicht eigentlich anders anf├╝hlen? Wie funktioniert das mit der Mutterliebe? Du wirst wachsen. Genau wie dein Baby in deinen Armen wirst du jeden Tag ein St├╝ckchen gr├Â├čer werden und diese kleine Pers├Ânlichkeit ein wenig mehr verstehen. Ihr werdet eins werden und durch ein Blinzeln oder den Hauch einer Bewegung wissen, wie es dem anderen geht. Was sein Bed├╝rfnis ist. Dein Baby vertraut dir. Lass dich fallen.

Eure Familie.

Jetzt seid ihr pl├Âtzlich Eltern. Pl├Âtzlich, so f├╝hlt es sich an, obwohl ihr es so lang vorbereitet habt. In vielem seid ihr euch einig. In vielem nicht. Unsicherheit und ├ängste um das Wohlergehen eures Babys bringen euer eingespieltes Beziehungs-Mobil├ę aus dem Gleichgewicht. Ein neuer Anh├Ąnger ist dazu gekommen und r├╝ttelt euer kleines Systhem durcheinander. Ihr bewegt euch wie im Wind. Oder den Wellen auf dem Ozean des Lebens. Dieser neue Mensch treibt euch zur├╝ck zu euch selbst und euren innersten Werten. Er l├Ąsst euch immer in Beziehung sein. Er schenkt euch die M├Âglichkeit eingespielte Muster und Glaubenss├Ątze aufzulockern und aus s├Ąmtlichen Komfortzonen auszubrechen. Und wieder werdet ihr wachsen. Gemeinsam und immer enger zueinander.

Euer Alltag.

Wer w├Ąscht blo├č die ganzen W├Ąscheberge? Wer k├╝mmert sich um das Essen? Vielleicht dachtest du, das geht schon so nebenbei. Du hattest einen mehr oder weniger strukturierten Alltag und immer zwei Arme und H├Ąnde frei um deine To Do┬┤s abzuarbeiten. Und jetzt liegt da dein Baby und m├Âchte gar nicht mehr weg von dir. Und du m├Âchtest das auch nicht. Das ist gut so!

Such dir Unterst├╝tzung. Nicht nur im Wochenbett, auch in der Zeit danach. Nicht umsonst wird die erste Zeit mit Baby „Nebeljahre“ genannt. Immer ist irgend etwas anderes… Lass dich bekochen und beputzen, lass dich verw├Âhnen, sodass du ganz f├╝r dein Baby da sein kannst. Wir Menschen-M├╝tter sind evolutionsbiologisch nicht dazu gemacht, unseren Alltag allein zu bew├Ąltigen. Hier findest du noch weitere Tipps f├╝r euer Unterst├╝tzer-Dorf.

Liebe dich selbst.

Ich m├Âchte dich an die Hand nehmen. Ich m├Âchte dich bes├Ąnftigen und dir erkl├Ąren – du hast alles richtig gemacht. Du machst alles richitg. Denn wir tun immer das Beste f├╝r unsere Kinder, nach all dem Wissen und der Kraft, welche uns in diesen besonderen Momenten zur Verf├╝gung steht. Sei stolz auf das, was du vollbracht hast. Du hast einen neuen Menschen gebaut. Du hast ihn geboren, auf welche Art auch immer.

Hol dich immer wieder zur├╝ck zu deinen Werten. Zur├╝ck ins Vertrauen. Haltet einander wann immer ihr es braucht. Und lasst die Liebe wachsen. Du hast die Kraft dazu. Du bist eine L├Âwin.

Habe ich einen Nerv getroffen? Hast du jetzt einen Klo├č im Hals? Lass die Tr├Ąnen flie├čen. Auch du bist neugeboren. Durch die Geburt hast du dein Baby aus deinem Bauch verabschiedet. Es ist in Ordnung auch Trauer zu f├╝hlen.

Und suchst du Halt, Unterst├╝tzung oder Informationen zum Stillen f├╝r deinen neuen Alltag oder zu Verarbeitungsm├Âglichkeiten, dann melde dich bei mir <3

Deine Jana*

 

jana_admin

Sozialp├Ądagogin B.A. I Mama *2014 *2017 I Bloggerin - Schreibt und ber├Ąt zu den Themen Bindung & Beziehung, Selbstverantwortung und Selbstf├╝rsorge, nat├╝rliche Familienpflege, (Mutter-) Milch Ern├Ąhrung nach Bedarf uvm.

More Posts - Website

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht ver├Âffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.